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Landkreis Meißen
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Bundesforschungsprojekt EUDYSÉ

»Effizienz und Dynamik von Siedlungsentwicklung in Zeiten räumlich und zeitlich disparater Entwicklungstrends«

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Szenarien-Workshop in Großenhain

Der Landkreis Meißen war von Januar 2011 bis April 2014 neben der Region Havelland-Fläming Praxispartner im Bundesforschungsprojekt EUDYSÉ.

Die Trägerschaft oblag dem Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung in Dresden.

Für das Projekt entstanden dem Landkreis keine zusätzlichen Kosten, da eine 100%-ige Förderung gegeben war.

Im Projekt EUDYSÉ wurden übertragbare Ansätze entwickelt, die es vor dem Hintergrund demografischer und struktureller Veränderungen ermöglichen, eine ressourceneffiziente und emissionsarme Siedlungsentwicklung voran zutreiben. Lokale und regionale Effizienzreserven dienten hierbei als Ausgangspunkte für die Entwicklung effizienter Systemlösungen. Hierbei arbeiteten  EUDYSÉ Partner aus Wissenschaft, Praxis, Planung und Verwaltung eng zusammen.

In den vier Themenfeldern Energie, Wasserwirtschaft, Stoffströme und Verkehr konnten folgende Ergebnisse erzielt werden.


Abschlussbericht (Stand: April 2014)

(1) Energieeffizienz und erneuerbare Energien

Im Rahmen des Bundesforschungsprojektes EUDYSÉ wurden für zwei Standorte im Landkreis Meißen alternative Energiekonzepte erstellt, die darauf basieren, regional anfallende Biomasse wie Gras-, Strauch- und Baumschnitt oder auch Holzhackschnitzel aus Kurzumtriebsplantagen energetisch zu verwerten. Dabei wurden Standorte ausgewählt, die über Wärmenetze nahe Wohngebiete versorgen und damit hohe Gesamtwirkungsgrade ermöglichen. Diskutiert wurden innovative Verfahren zur Vergasung von Biomasse (Pyrolyseverfahren) mit einer anschließenden Gasverbrennung in Blockheizkraftwerken. Mit diesen Konzepten konnte gezeigt werden, dass bei der Wahl geeigneter Technologien die Nutzung lokaler Ressourcen technisch und wirtschaftlich sinnvoll sein kann. Deutlich wurde aber auch, dass damit technisches Neuland betreten werden muss, das immer auch mit Risiken verbunden ist, die es gilt, sorgfältig abzuwägen, wenn langfristige Investitionsentscheidungen getroffen werden sollen.

Kurzumtriebsplantagen bieten vielfältige Möglichkeiten, auf sehr unterschiedlichen bisher nicht genutzten Flächen das Biomassepotenzial zu steigern. Sie können beispielsweise eine Zwischennutzung auf innerstädtischen Brachflächen oder auch auf Flächen im Freiraum darstellen, die für die Nahrungsmittelproduktion aufgrund geringer Nährstoffgehalte von untergeordneter Bedeutung sind. Um über die Vorteile und Anbaubedingungen sowie die Fördermöglichkeiten von Kurzumtriebsplantagen zu informieren, wurde eine Fachtagung gemeinsam mit dem Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie im Landkreis Meißen durchgeführt, die bei den beteiligten Akteuren aus landwirtschaftlichen Betrieben und Kommunen auf großes Interesse stieß. Auf der Internetseite http://www.kreis-meissen.org/6670.html sind alle Vorträge dieser Fachtagung mit dem Titel „Kurzumtriebsplantagen als Teil einer nachhaltigen und regionalen Energieversorgung“ enthalten.

Zur konkreten Etablierung eines regionalen Energiekreislaufes wurde eine Initiative unterstützt auf einer bisher ungenutzten Gemeindefläche geringer Bodenqualität eine Energieplantage zu errichten, wo u.a. der Anbau einer Kurzumtriebsplantage mit der Errichtung von Solaranlagen erwogen wird.

Darüber hinaus konnte als Basis für weitere Planungsaufgaben im Landkreis im Rahmen von EUDYSÉ eine Datenbank aufgebaut werden, die alle regenerativen Energieerzeugungsanlagen im Landkreis Meißen umfasst.


(2) Wasserwirtschaft

Infrastrukturen der Wasserwirtschaft sind aufgrund hoher Kapitalkosten und hydraulischer Netzabhängigkeiten sehr starre Systeme und damit vergleichsweise resistent gegenüber Anpassungen, gleichzeitig aber stark von den Auswirkungen des demografischen Wandels betroffen. Dennoch bergen sie nicht zu unterschätzende Ressourcenpotenziale. So kann z.B. Energie aus Abwasser (Klärschlamm) gewonnen werden sowie Phosphor oder auch Wärme. Im Rahmen von EUDYSÉ wurden Untersuchungen durchgeführt, die Möglichkeiten beleuchten, demografisch bedingte Anpassungserfordernisse mit einer ressourceneffizienten Anpassung der Systeme zu verbinden. Dies erfolgte beispielhaft für die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgungsanlagen der Gemeinden Ketzerbachtal und Käbschütztal (Zweckverband Meißner Hochland). Nicht nur vor dem Hintergrund der Demografie erfolgte die Analyse, sondern auch unter dem Gesichtspunkt einer ressourceneffizienten und emissionsarmen Siedlungsentwicklung. Ausgehend vom bestehenden Infrastruktursystem wurden unterschiedliche Systemvarianten beleuchtet, gestützt auf ein eigens dafür entwickeltes Computermodell. Die Varianten spannen den Bogen über zentral leitungsgebundene Systeme bis hin zu kleinteiligen dezentralen Anlagen sowie von konventionellen Systemen bis hin zu neuartigen Sanitärsystemen, die auf Trennung einzelner Teilströme der Abwässer setzen.

Es wurde deutlich, dass neuartige innovative Systeme zwar enorme Ressourceneffizienzpotenziale bergen, aber auch Anpassungen im vorhandenen System ressourceneffizient gestaltet werden können. Eine sinnvolle und maßvolle Kombination von Alt und Neu scheint hier langfristig der richtige Weg. 


(3) Stoffströme

Um das Recycling von Bauschutt im Landkreis Meißen zur stärken und damit der Zielsetzung einer ressourceneffizienten und emissionsarmen Siedlungsentwicklung gerecht zu werden, wurde untersucht, inwieweit eine „Bauschutt-Börse“ hierbei hilfreich sein kann, eine Plattform, die es ermöglicht regional abgebrochenen und recycelten Bauschutt mit dem regionalen Bedarf an Baustoffen zu verknüpfen und in Einklang zu bringen. Die Etablierung einer solchen Plattform gestaltet sich jedoch schwierig, da dies für den Landkreis als eine dafür notwendige wirtschaftlich unabhängige Instanz den Einsatz zusätzlichen Personals bedeuten würde.

Im Themenfeld der Stoffströme lag ein besonderes Augenmerk auf den Bauabfallströmen, mit denen der Landkreis in den kommenden Jahren konfrontiert sein wird. Aufgrund der sich abzeichnenden demografischen Entwicklung ist mit einem Anstieg der zukünftig zu erwartenden Bauabfallmengen zu rechnen. Zudem zeichnen sich deutliche Veränderungen in den Möglichkeiten der Verwertung von Bauabfällen ab. Hintergrund sind neue Bestimmungen im Freistaat Sachsen, die den Ansprüchen des Boden- und Gewässerschutzes im Rahmen der Verfüllung von Steine-Erden-Tagebauen mit Bauabfällen ein stärkeres Gewicht beimessen.

Ausgehend von aktuellen abfallwirtschaftlichen Daten und vorliegenden Bevölkerungs-vorausberechnungen, womit die zukünftige Bau- und Abrisstätigkeit eingeschätzt wurde, konnten Modellrechnungen über zukünftig zu erwartende Abfallströme und mögliche Verwertungswege erstellt werden. Diese Ergebnisse wurden dann in mehreren Fachtagungen im Landkreis zur Diskussion gestellt.

Schätzungsweise ist in den kommenden 20 Jahren im Landkreis mit einem Bauschutt-Aufkommen von etwa 13 Mio. Tonnen zu rechnen. Unter derzeitigen Regelungen wird sich die bisher als Verfüllung entsorgte Menge nahezu halbieren. Ein Teil der verbleibenden Bauschuttmassen kann recycelt werden oder wird im Deponiebau eingesetzt. Ein erheblicher Teil aber muss zukünftig deponiert werden, wofür die derzeitigen Deponiekapazitäten allerdings nicht ausreichend sind. Es müssen somit zukünftig das Recycling von Bauschuttmaterial gestärkt sowie neue Deponiekapazitäten geschaffen werden. Die öffentliche Notwendigkeit für die Einrichtung zusätzlicher Bauschuttdeponien wird mit den vorgelegten Untersuchungen unterstrichen.

Nähere Informationen zu den Fachtagungen und den Ergebnissen sind im Internet unter http://www.kreis-meissen.org/6670.html zu finden.


(4) Siedlungsentwicklung und Verkehr

Zu den Einsatzmöglichkeiten der Elektromobilität im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs sowie im Fuhrpark des Landratsamtes wurden mehrere Untersuchungen durchgeführt. Hierbei konnte z. B. das Landratsamt zwei Elektrofahrzeuge der ENSO in einem mehrwöchigen Probebetrieb praxisnah nutzen.

Weiterhin wurden umfangreiche Auswertungen der Fahrtenbücher von derzeit im Landratsamt genutzten Fahrzeugen vorgenommen und auf dieser Grundlage verdeutlicht, das für kürzere Tagesdistanzen Potenziale für Elektrofahrzeuge bestehen (74 % aller Fahrten kürzer 80 km). Aufbauend darauf wurden erste konzeptionelle Grundlagen für eine Bewirtschaftung von Anlagen und Fuhrpark entwickelt, die z.B. mit örtlichen Energieversorgungsunternehmen verfolgt werden könnten.

Zur Bewertung des Straßen- und Wegenetzes in der Lommatzscher Pflege wurde untersucht, inwieweit eine dem ländlichen Raum angemessene Diskussion von Erschließungseffizienz methodisch und quantitativ unterstützt werden kann. Anders als traditionelle städtisch geprägte Ansätze wurde ein erweitertes Verständnis des Nutzens des Straßen- und Wegenetzes zugrunde gelegt. Hierbei werden sowohl die Erreichbarkeit von Gemeinden und Ortslagen wie auch der landwirtschaftlich genutzten Flächen berücksichtigt. Folgt man dieser Perspektive, zeigt sich, dass ein vergleichsweise engmaschiges befestigtes Straßennetz durchaus erforderlich ist, um Siedlungen und Landwirtschaftsflächen gleichermaßen zu erschließen. Es zeigte sich aber auch, dass Teile des unbefestigten Wegenetzes keine zwingende Erschließungsfunktion besitzen und sich somit bei näherer kritischer Betrachtung durchaus Gestaltungspotenziale eröffnen, die sowohl finanzielle wie auch ressourcenbezogene Vorteile bergen können.


Projekt - Partner

 

» Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e. V.

» Beckmann Institut für bio-basierte Produktlinien e. V.

» HafenCity Universität Hamburg

» Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden

» Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH

» TU-Dresden, Institut für Abfallwirtschaft und Altlasten

» Landratsamt Meißen

Verantwortliche LRA Meissen

- Herr Herr         

- Leiter Dezernat Technik

- Frau Berthold  

- stv. Leiterin Kreisumweltamt

 

Kontakte LRA Meissen

Telefon:      

Herr Herr: 03522/303-2002

Frau Berthold: 03522/303-2302

E-Mail:        

dez-technik@kreis-meissen.de

umweltamt@kreis-meissen.de

Weitere Informationen

Weitere Informationen sind über folgende Internetseiten verfügbar: